Parodontologie und Parodontitis


Stellt die Parodontitis eine Gefährdung der allgemeinen Gesundheit dar?

Bei einer unbehandelten Parodontitis kann die anfängliche Erkrankung des Zahnhalteapparats langfristig den gesamten Organismus gefährden. Durch den andauernden Entzündungsherd im Mund gelangen fortwährend Bakterien in die Blutbahn und damit auch in andere Bereiche des Körpers, wie z.B. die Herzkranzgefäße. Patienten mit unbehandelter Parodontitis tragen dementsprechend ein deutlich erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen. Parodontitis gilt auch als Risikofaktor bei Menschen, die bereits an Diabetes leiden, da eine bakterielle Infektion die Entwicklung des Diabetes negativ beeinflussen kann. Umgekehrt begünstigen erhöhte Blutzuckerwerte schlecht eingestellter Diabetiker die Entstehung einer Parodontitis. nach oben
Wie wird eine Parodontitis behandelt?

Das oberste Ziel jeder Parodontitis-Behandlung ist es, die Entzündung des Zahnhalteapparats zum Stillstand zu bringen. Erste Voraussetzung dafür ist die Durchführung einer intensiven professionellen Reinigung der Zahnoberflächen mit anschließender Anleitung zur perfekten Mund- hygiene. Eine solche Prophylaxe-Maßnahme wird von allen Krankenversicherungen als Basis für die nachfolgende Parodontitis-Behandlung verlangt, da sie zur deutlichen Reduzierung der Entzündung und der Bakterienanzahl beiträgt.
Im nächsten Behandlungsschritt werden alle weichen und harten Bakterienbeläge ober- und unterhalb des Zahnfleischrandes gründlich beseitigt. Dies geschieht mittels Küretten (speziell geformte Handinstrumente) und modernster Ultraschallgeräte. Ziel ist die schonende Entfernung von Ablagerungen (Konkrementen) sowohl an den Zähnen als auch an den Zahnhälsen und Wurzeloberflächen. Gleichzeitig werden die unterhalb des Zahnfleisches entstandenen Taschen gründlich von Plaque-Bakterien gereinigt. Diese eigentliche Parodontitis-Behandlung wird in der Regel in zwei Sitzungen unter örtlicher Betäubung durchgeführt und ist völlig schmerzfrei. Wichtig für einen langfristigen Therapieerfolg sind eine fortwährende sorgfältige Mundhygiene und die regelmäßige Nachsorge in unserer Praxis.
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Kann eine Parodontitis mit einem Antibiotikum behandelt werden?

Die Anwendung von Antibiotika ist ein ergänzender Behandlungsschritt in der Parodontitis-Therapie. Entscheidend für den langfristigen Behandlungserfolg ist die konsequente Beseitigung der Krank- heitsursachen durch gründliches Entfernen des bakterienhaltigen Biofilms mit entsprechenden Handinstrumenten (Küretten). Im Einzelfall kann es sinnvoll sein, die mechanische Reinigung durch eine zusätzliche, antibakterielle Therapie zu unterstützen. Die Antibiotika werden als Tabletten über einen Zeitraum von 1-2 Wochen eingenommen oder lokal als Gel über eine kleine Kanüle direkt in die gereinigte Zahnfleischtasche eingebracht. Dieser minimal-invasive Behandlungsschritt ist in der Regel schmerzfrei.
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